Bezugssystemumstellung in Baden-Württemberg

Das Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg (LGL) überführt ab November 2017 alle relevanten Geobasisdaten in das neue Koordinatenreferenzsystem ETRS89/UTM. Betroffen hiervon sind alle öffentlichen Verwaltungen, die Geobasisdaten aus dem Datenbestand des LGL beziehen.

Nachfolgend beantworten wir die wichtigsten Fragen zur UTM-Umstellung.  

Was ist ETRS89/UTM und was bedeutet das?

In der Vergangenheit (und noch bis Ende 2017) erhielten Sie Ihre Geobasisdaten im Lagebezugssystem DHDN (Deutsches Hauptdreiecksnetz)/Gauß-Krüger), das überwiegend in Deutschland verwendet wird. Die Überführung der Daten nach ETRS89/UTM ist ein weiterer Schritt bei der Umsetzung der europaweit gültigen und bindenden Richtlinie 2007/2/EG, der sogenannten „INSPIRE“-Richtlinie. Künftig werden europaweit alle relevanten Geobasisdaten in diesem einheitlichen Bezugssystem geführt und bereitgestellt.

In Deutschland steht diese Überführung nur noch in Baden-Württemberg und Bayern an, alle anderen Bundesländer haben diesen Prozess bereits abgeschlossen. Sie erhalten demnach ab November 2017 alle Geobasisdaten im neuen Koordinatenreferenzsystem, wenn das LGL Ihnen aktualisierte Geobasisdaten liefert.

Ändert sich schon wieder das Datenformat?

Nein. Es ändert sich nichts an der Daten- und Attributstruktur der gelieferten Geodaten. Im Gegensatz zur Umstellung von ALK/ALB auf ALKIS® ist die Umstellung auf das neue Koordinatenreferenzsystem nicht auf den ersten Blick in Ihrer Kartenanwendung sichtbar. Die Darstellung bleibt unverändert. Die Änderung betrifft nur die Notierung der Koordinaten und das Umrechnungsverhalten.

Muss ich meine Software erweitern oder anpassen?

Die von Ihnen eingesetzte Geoinformations-Software (GeoOffice, WebOffice, ProOffice) kann problemlos weiterverwendet werden. Auch bestehende Projekte und Vorlagen können weiterhin genutzt werden. Gegebenenfalls muss das Referenzkoordinatensystem im Kartendokument angepasst werden.

Was passiert mit den Geofachdaten in DHDN/Gauß-Krüger?

Wichtig: Neben den vom LGL gelieferten Geobasisdaten (z.B. ALKIS®, Luftbilder, DGM, TK, …) führen Sie eigene Geofachdaten z.B. in Hochbau, Tiefbau, Grünflächenmanagement und in verschiedenen Fachkatastern. Diese liegen derzeit noch im Koordinatenreferenzsystem DHDN/Gauß-Krüger vor.

Es ist theoretisch möglich, diese Geofachdaten im bestehenden Koordinatenreferenzsystem zu belassen. Dies ist jedoch in den meisten Fällen nicht sinnvoll und auch nicht empfehlenswert. Die gleichzeitige Nutzung von ETRS89/UTM und DHDN/Gauß-Krüger-Daten und deren Live-Umrechnung ist aufwändig und rechenintensiv. Das heißt, Ihre Anwendungen werden spürbar langsamer. Andererseits kann es zu einem deutlich sichtbaren Lageversatz kommen, wenn bei einer gemeinsamen Nutzung keine oder eine unpassende Umrechnungs-Transformation eingestellt ist. Geobasisdaten und Geofachdaten sind in diesem Fall nicht mehr lagegleich. Dies kann zur Folge haben, dass es bei der Neuaufnahme Ihrer Geofachdaten zu unerwünschten Ungenauigkeiten und teilweise schlichtweg zu falschen Dateneingaben kommt.

Was kann ich also tun?

Aus diesen Gründen ist es notwendig, auch alle Geofachdaten nach ERTS89/UTM zu überführen. Nur so stellen Sie sicher, auch zukünftig konsistente Datenbestände zu pflegen und fortzuführen.

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Unsere Leistungen für Hosting-Kunden:

Für AED-SYNERGIS Hosting-Kunden, transformieren wir alle Geofachdaten, die im Hosting-Projekt eingebunden sind. Und dies genau dann, wenn Sie vom LGL die erste Datenlieferung im Format ERTS89/UTM erhalten. Sie müssen sich um nichts kümmern. Nach der Umstellung sieht Ihre WebGIS-Karte aus wie zuvor.

Wir wissen, dass die hierfür notwendigen finanziellen Mittel gegebenenfalls zu beantragen sind. Sie erhalten daher von Ihrem zuständigen Kundenbetreuer rechtzeitig eine Information, mit welchen einmaligen Kosten hier zu rechnen ist. Natürlich erhalten Sie anschließend die von uns nach den Vorgaben des LGL transformierten Daten auch zur Nutzung in Ihrer lokalen GIS-Infrastruktur.

Unsere Leistungen für Kunden mit Inhouse-Lösungen:

Wir transformieren Ihre Geofachdaten nach den Vorgaben des LGL für Sie. Gerne beraten wir Sie auch schon im Vorfeld, welche Daten transformiert werden müssen. Wir sichten mit Ihnen gemeinsam Ihre Daten und machen Ihnen auf dieser Grundlage ein Angebot. Nach der erfolgreichen Transformierung durch unsere zertifizierten Experten, erhalten Sie die Daten im Format ETRS89/UTM zurück.

In einigen Verwaltungen sind die zur Transformation notwendigen Profi-Werkzeuge vorhanden (z.B. FME oder ArcGIS Desktop). Die Transformation kann dort auch selbst durchgeführt werden. Wir begleiten Sie gerne durch diesen Prozess und zeigen Ihnen im Rahmen einer Schulung oder eines Workshops bei Ihnen vor Ort, wie Sie Ihre Daten korrekt und effizient nach ETRS89/UTM überführen. Nach einer Bestandsaufnahme Ihrer Werkzeuge und Daten, empfehlen wir Ihnen das optimale Vorgehen.